IWV-Lehrgang Okt.2003

IWV-Lehrgang Okt.2003

 

 Rohbau beim Kinder-Survivalkurs Febr.2004

 

IWV-Lehrgang okt. 2003

Weiden-Iglu gebaut von meinen langjährigen Navigations-Lehrer Dr.Wolfgang Linke

IWV-Lehrgang Okt.2003

Kinder-Winter-Survivaltraining mit Packhunden im Febr.2004

Rohbau mit meiner Familie-Kinder haben viel Phantasie und noch weniger Ängste als Erwachsene!!!

Stolze Bauer!

Schneebiwak

Allgemeines

Biwaks auf der Schneedecke werden nur gebaut, wenn die Schneedecke gering ist. Sie sind dem Wind und der Kälte stark ausgesetzt und müssen daher gut abgedichtet werden.

Biwaks unter der Schneedecke werden immer dort gebaut, wo die Schneedecke tief ist (Verwehungen , Wächten, usw.). Sie bieten dem Wind wenig Angriffsfläche und schützen gut vor Kälte.

Der Standort soll folgende Eigenschaften aufwiesen:

·         Das Schneebiwak muss vor Wind und Lawinen geschützt sein.

·         Der Eingang soll im Windschatten liegen und darf nicht zugeweht werden können. Er soll möglichst klein sein, so dass gerade noch hindurchgeschlüpft werden kann.

·         Vor dem Eingang ist ein Scheewall als Windfang und Lichtschleuse zu bauen.

Um den Wärmeverlust möglichst klein zu halten, soll der Rauminhalt des Schneebiwaks knapp bemessen werden. (Rauminhalt ca. 1,5 m3 pro Mann).

Die Schlafstelle soll höher liegen als der Eingang. Vor der Schlafstelle ist ein Kältegraben anzulegen, in den sich die schwere Kaltluft absetzten kann.
Zur Isolierung gegen Bodenkälte eignen sich Stroh oder ähnliches Material; dies lohnt sich besonders bei mehrtägigen Aufenthalten im Biwak.
Eine gute Schlafsackunterlage (Matte) ersetzt anderes Isoliermaterial.

Im Schneebiwak bildet sich an der Decke ein Eisschicht, welche die Luftzirkulation unterbindet. Luftlöcher in den Wänden sind so anzuordnen , dass die verbrauchte Luft entweichen kann.
Es ist nötig, eine etwa 50 cm über der Schlafstelle aufgestellte Kerze brennen zu lassen. Solange die Kerze brennt, enthält die Luft genügend Sauerstoff.
Die Kochstellen sind in geschützten Nischen einzurichten. Gaskocher oder der Notkocher 71 der Armee dürfen bei genügender Belüftung auch im Innern des Biwaks verwendet werden. Benzinkocher und andere, mit explosionsgefährlichen Brennstoffen betriebene Geräte sollten nur ausserhalb des Biwaks verwendet werden.

Jeder Bewohner eines Schneebiwaks sollte ein eingeschaltetes LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) auf sich tragen, damit bei einem Einsturz die Verschütteten schnell geborgen werden können.

Schematische Darstellung eines Schneebiwaks

1 Schlafstelle 4 Kältegraben
2 Baustollen 5 Abstellfläche
3 Kochnische 6 Kerze

Biwakwache

Weiter ist bei einem Schneebiwak eine Biwakwache erforderlich, welche sämtliche Biwaks periodisch kontrolliert (alle 2 bis 3 Stunden). Bei Sturm und starkem Schneefall soll diese Kontrolle stündlich oder gar noch häufiger erfolgen. Die Biwakeingänge sind deutlich sichtbar zu markieren. Die Aufgaben der Biwakwache sind:

·         Kontrolle des Sauerstoffgehalts und Kohlendioxidgehalts im Biwak mittels brennender Kerze.

·         Kontrolle des Biwaks bezüglich Einsturzgefahr.

·         Funktionskontrolle der LVS der Insassen.

·         Brandwache (Entzündung von Material durch umgefallene Kerze).

·         Kochen (für sich selbst und die nächste Ablösung).

·         Wetterentwicklung verfolgen, allenfalls Massnahmen treffen bei umfangreichen Schneeverwehungen und Umlagerungen, Messen der Neuschneemengen mit Brettchen an einem windgeschützen Ort, Lawinenniedergänge in der näheren Umgebung beobachten und allenfalls Alarm schlagen.

·         Eventuell gemachte Beobachtungen besonderer Art in einem Journal registrieren.

Die Biwakwache kann auch durch ein zuverlässiges CO2 -Messgerät mit Alarmfunktion ersetzt werden.

Schneehöhle als Gruppenbiwak

Die Schneehöhle eignet sich im Hochgebirge infolge der einfachen Bauweise besonders gut zum Biwakieren. Voraussetzung zum Bau ist ein kurzer, steiler Hang oder eine harmlose Wächte auf der windabgekehrten Seite (Lee).

Beim Bau einer Schneehöhle für 6 - 8 Personen ist wie folgt vorzugehen:

1.     Tiefe der Schneedecke mit Sondierstangen prüfen (ca. 3 Meter notwendig) und Standort festlegen.

2.     Rutschbahn für den Aushub mit Skilaufflächen (nach oben) erstellen.

3.     Eingang und 1 - 2 Baustollen leicht aufwärts ausheben (ungefähr 1 Meter tief).

4.     Innenraum ausheben, indem zuerst ein mannshoher Gang und von diesem aus, etwa in Gürtelhöhe, die Schlafstelle nach der einen Seite und der Platz für die Rucksäcke nach der anderen Seite gegraben wird.

5.     Decke in Form eines Gewölbes aushauen, Gewölbedecke eben ausschaffen (verhindert Tropfen).

6.     Luftlöcher nach oben bohren.

7.     Schlafstelle herrichten (Schlafsackunterlage, Stroh).

8.     Baustollen zumauern, abdichten.

9.     Schneemauer als Wind- und Lichtfang erstellen.

10. Eingang verschliessen (Blache, Pelerine, Schneeblock) und markieren.

Die Bauzeit beträgt 2 - 3 Stunden.

2-Mann-Schneehöhle

Die Zweimannschneehöle ist ein ideales Schneebiwak, relativ warm und rasch gebaut. Sie kann in leichte Schneeverwehungen und flache Wächten gegraben werden. Es ist hierzu eine Schneeschicht von 2 Meter Höhe und 2,5 Meter Tiefe notwendig.

Bauweise:

1.     Tiefe der Schneedecke prüfen.

2.     Graben bauen (2 Meter tief, 80cm breit, ca. 3 Meter lang).

3.     Beidseitig des Grabens ca. 50cm über dem Boden (Kältegraben) je eine Schneehöhle ausschaufeln (Überdeckung mindestens 50cm).

4.     Deckengewölbe formen.

5.     Schlaf und Kochnische herrichten, Baugruben mit grossen, langen Schneeblöcken überdecken und abdichten.

6.     Eventuell Luftloch bohren.

7.     Schneemauer als Wind- und Lichtfang erstellen.

8.       Eingang mit Zeltblache oder Schneeblock verschliessen.

Die Bauzeit beträgt ungefähr 1 - 2 Stunden.

    

Grundriss und Schnitt durch eine Zweimann-Schneehöhle.

 

 

 

 

 

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