Bauanleitung zur Herstellung

    

eines Dosen-Brenners (Copyright Joris Müller, 2002)  Ein freundliches 'Hallo' an alle 'Bastelwütigen', hier nun die Bauanleitung für einen simplen, aber effektiven Dosen-Brenner á la Trang**... Doch zunächst vorab kurz ein paar Worte der Einführung: Vor ein paar Tagen stieß ich beim Herumsurfen im Internet auf das Cover einer amerikanischen Survival-Zeitschrift , auf dem ich ein sehr interessantes Teil ('alcohol stove ') entdeckte. Da es sich hierbei zweifelsohne um die 'Blechdosen-Kopie' eines Trang**-Brenners handeln mußte (vermutete ich zumindest, da auch ich einen solchen Brenner nebst Kochgeschirr mein Eigen nenne...), kam ich auf die Idee, das Teil nachzukonstruieren bzw. -zubauen. Einen Brenner mit den gleichen Eigenschaften wie ein Trang**, zum Preis einer simplen Getränkedose...!!! Wen würde das nicht reizen??? Also, gesagt, getan. Das erste Problem war, daß ich zwar das (sehr kleine) Foto dieser Kopie hatte, aber nicht einen Buchstaben der Anleitung zwecks Nachbau...! Es blieb mir nur, meinen Original-Brenner genaustens zu analysieren, und anhand dessen und des Bildes einen Prototypen zu bauen. Dieser Prototyp funktionierte zwar, aber noch lange nicht so gut wie der Trang**. Er war zu groß, und bestand auch noch aus zwei Dosen. Ich habe dann mit meinem Sohn Christian probiert, die Fehler zu beseitigen, und gleich der zweiten Versuch funktionierte bestens. Es kam ein zweiter Prototyp mit zum Teil besseren Eigenschaften als beim Trang** heraus (!!!); die Freude war wirklich groß! Um dieses Wissen auch mit anderen zu teilen, habe ich einen dritten Brenner gebaut, und den gesamten 'Bastelvorgang' dabei mit einer Digital-Kamera dokumentiert. Ich hoffe, daß nun auch andere daran ihre Freude haben werden, möchte und muß aber an dieser Stelle nochmal ausdrücklich betonen, daß die Umsetzung meiner Idee nicht kommerziell gedacht ist, und Trangia der letztendliche Urheber des Brennerprinzips und damit auch geistiger (Ur-)Vater dieser meiner Idee bzw. Kopie ist!!! Und: Alle hier aufgeführten Arbeiten mit und am Blech sind zwar relativ einfach zu bewerkstel- ligen; es entstehen aber z.T. sehr scharfe Blechkanten, die zu Verletzungen führen können!!! Desweiteren wird mit leicht brennbaren Flüssigkeiten gearbeitet; laßt also bei allem die nötige Vorsicht walten!!! Ich übernehme keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für evtl. Schäden an Mensch oder Material!!! Aber nun, jetzt geht's los...: Als erstes benötigt man zum Nachbau folgende Teile: eine 0,33l Getränkedose (Alu) beliebiger Marke ein Taschenmesser (z.B. Victorinox , Modell 'WorkChamp ') mit Dosenöffner einen Edding, fein, zum Anzeichnen der Schnittlinien ggf. viele Pflaster... :-)) Der erste Arbeitsschritt besteht darin, den Innenteil des Dosendeckels zu entfernen (Bild 1 , Bild 2 ). Dazu habe ich den Dosenöffner meines o.a. Taschenmessers benutzt. Das ganze dauert zwar etwas, und ist auch ein wenig kniffelig, funktioniert aber. Wichtig ist hierbei, daß der Einschnitt genau in der Rille bzw. Vertiefung zwischen Außenrand und Mittelteil liegt. Nun bohrt man mit der Stech-Bohrahle des Taschenmessers oder mit der Spitze eines sehr spitzen Küchenmesser die kleinen Brenner-Löcher in der oberen schrägen Rand der Dose (Bild 3 ). Die Löcher sollten ca. 1mm groß sein, und einen Abstand von ca. 5mm zueinander haben. Sie werden nicht genau in die Mitte der Schräge gebohrt, sondern eher 1-2mm zum oberen Rand hin. Dies verbessert die gesammte Flammerzeugung während des Betriebes. Als nächstes wird die Dose in drei Teile zerschnitten (Bild 4 ), hierzu markiert man vorher die zwei Schnittkanten bzw. -linien mit einem Edding o.ä.. Die Dose ist insgesamt 115mm hoch; die einzelnen Maße der drei Segmente findet man hier (Bild 4a ). Zum Schneiden benutzt man entweder das Taschenmesser, oder besser Mutti's o.a. Küchenmesser. Das spart das spätere Nachschleifen des eigenen Taschenmessers... :-)) Jetzt wird das Mittelteil bzw. -blech einmal senkrecht aufgeschnitten, am besten mit einer robusten Küchenschere, und in den Falz- bzw. Pressrand des umgedrehten Oberteils (Bild 5 ) eingepaßt (Bild 5a , Bild 6 ). Hierzu wird zunächst das ungefähre Maß bzw. der Umfang des innenliegenden Pressrandes (siehe rote Pfeile im Bild) per Blech-Einsteckversuch er- mittelt, und dann das Blech nach diesem Maß mit zwei ineinandergreifenden Biege- bzw. Falzlaschen versehen (Bild 7 ). Nochmals das Maß durch loses Einstecken überprüfen, und dann das Blech an den Laschen zusammenstecken und mit der Zange des Taschenmessers oder einer anderen (Kombi-)Zange zusammenpressen. Vor dem Einsetzen unseres 'Kaminrohres' werden in das Oberteil nun noch vier ca. 10mm lange Einschnitte eingebracht; sie sollten sich ungefähr gegenüberliegen (also im Abstand von jeweils ca. 90°). Sie haben die Aufgabe, daß das Oberteil sich beim späteren Zusam- menstecken mit dem Unterteil (auf-)weiten kann (Bild 8 ). Jetzt ist es soweit: Zum Zusammenbau des Brenners steckt man nun das 'Kaminrohr' in der Falzrand des umgedrehten Oberteils und drückt es fest. Nun wird das Unterteil ebenfalls in das Oberteil gesteckt; damit es leichter paßt, knickt man den Rand des Unterteils vorm Zusammenbau an mehreren Stellen leicht ein. Damit dieser Vorgang ein wenig deutlicher wird, habe ich noch ein kleines (Schnitt-)Bild des fertigen Brenners angefertigt (Bild 9 ). So, fertig ist (Bild 10 )... Nun füllt man den Brenner zum Testen zunächst nur bis zur Hälfte (!!!) mit Spiritus auf (später, wenn alles einwandfrei funktioniert, bis zu 2/3 der Gesamthöhe), denn im Gegen- satz zum Original-Trang** ist er eben leider nicht total dicht...! Jetzt entzündet (Bild 11 ), muß sich der Brenner mit/für ca. 2-3 Tankfüllungen erstmal 'einbrennen', was man an den kleinen, gelben Flämmchen, die das Verbrennen der Farbe anzeigen, deutlich sieht (Bild 12 ). Nach ca. 5 Minuten sollte der Brenner dann komplett durchgezündet haben; zu erkennen ist dies an den blauen Flammen, die nun aus den kleinen Löchern im oberen Schrägrand kommen (sollten) (Bild 13 ). Tja, wenn's nicht geklappt hat, Brenner demontieren, und nochmals alles überprüfen...! Über Verbesserungsvorschläge zur Herstellung und/oder zum Brenner selbst sowie über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen!!! Noch ein paar 'technische' Daten zum Brenner: eine Tankfüllung (Unterkante Schrägrand) hält ca. 30 Minuten 1l Wasser kocht, wie beim Trang**, im Topf mit Deckel nach ca. 12-15 Minuten Unter Windeinwirkung (Böen Stärke 8-10) ging der Trang** aus, die Kopie nicht!!! Viel Spaß & Erfolg beim Basteln und mit dem 'Dosen-Brenner' wünscht Euch Joris Müller (j_k_mueller@web.de)
Kostenlose Webseite erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!