28 Wespenstiche und Schnittwunden

Laer - "Diese Urkunde habt ihr Euch alle ausnahmslos verdient". Mit diesen Worten überreichte Harald Trenner, seines Zeichens Deutschlands einziger vom Internationalen Wildnisführerverband geprüfter Wildführer, am Freitagnachmittag in der Aula der Grundschule die Survival-Diplome an drei Mädchen und 17 Jungen sowie den Betreuerinnen und Betreuern.

Von Montag bis Freitag nahmen sie an einer Überlebenswoche im Laerer Strübberhoek im Rahmen des Ferienprogramms teil. Dabei wurden den Kindern in den fünf Tagen die wichtigsten Dinge, die zum Überleben in der Wildnis oder nach Katastrophen nötig sind und benötigt werden, beigebracht.

So zeigte der Survival-Experte Harald Trenner, der im "sächsischen Urwald" aufgewachsen ist und seit 1983 im niederrheinischen Krefeld wohnt, den begeisterten Kindern, wie man aus Plastikflaschen Wasserfilter oder Köderfischfallen bauen kann. Weiterhin können die jungen Survivor jetzt aus Konservendosen kleine Öfen mit Suppentöpfen und aus Planen Biwaks konstruieren. Sogar Wildpflanzen- und Wetterkunde sowie Ernährungslehre standen auf dem "Überlebensstundenplan" und vieles mehr.

Wie sich im Laufe der Woche herausstellte, waren nicht nur die einzelnen Aufgaben sehr schwer zu erfüllen. Die Abwehr der aufgrund der Hitze aggressiven Wespen und Stechmücken schien das größere Problem zu werden. "Mich hat eine direkt ins Ohr gestochen", sagte der achtjährige Falko Winckler ganz stolz. Das habe zwar sehr weh getan, aber wer in der Wildnis überleben will, müsse auch damit fertig werden, fügte der mutige kleine Kerl hinzu.

28 Wespenstiche musste die Truppe inklusive des Betreuerstabes über sich ergehen lassen, die jedoch zu keinen ernsthaften Verletzungen führten. Darüber hinaus zogen sich einige Teilnehmer leichte Schnittwunden zu, die beim Marschieren im dornigen Unterholz des Strübberhoek nicht zu vermeiden waren.

"Am besten hat mir das Malen gefallen", betonte Nico Diekmeyer, der mit sechs Jahren der jüngste Teilnehmer war. Ihm bescheinigte Harald Trenner ein ausgezeichnetes fotografisches Gedächtnis, als das Nesthäkchen markante Punkte innerhalb eines vierstündigen Marsches aus dem Kopf per Buntstift zur Papier brachte. "Der kleine Kerl hat sogar sein schweres Gepäck den ganzen Weg über selbst getragen", zollte der erfahrene 45-jährige Überlebenstrainer Trenner dem zähen Burschen Respekt.

"Ich fand alles gut", wollte Ella Maria Altena, acht Jahre jung, sich auf die Frage, was ihr am Besten gefallen habe, nicht festlegen. Sie sei in den kommenden Sommerferien auf jeden Fall wieder dabei, war das tapfere Mädchen von dieser Ferienprogrammaktion begeistert. So schwebt Harald Trenner im nächsten Jahr eine Überlebenstrainingswoche im Teutoburger Wald vor " ein ganzes Stück entfernt von Zuhause.Matthias Lehmkuhl

Montag, 16. August 2004  |  Quelle: Münstersche Zeitung (Horstmar/Laer)

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